Wertschätzung Dankbarkeit

Die Haltung von Wertschätzung und Dankbarkeit ist pure Energie. Eine kleine meditative Übung verdeutlicht das: Wenn ich in meine Körperhaltung hineinspüre und mir gegenüber eine Person imaginiere, die bedingungslos DANKE zu mir sagt, dann richtet sich mein Körper auf. Stelle ich mir hingegen vor, dass sie DUMMKOPF zu mir sagt, falle ich in mich zusammen.

Masaru Emoto, ein japanischer Wissenschaftler, hat diese Übung mit Materie gemacht. Er hat Wasser in zwei Gefäßen mit gegensätzlichen Eigenschaften (du bist hässlich – du bist schön) besprochen. Die Folge: das unterschiedlich besprochene Wasser wurde im gefrorenen Zustand untersucht, die Kristallstrukturen miteinander verglichen: Das positiv besprochene Wasser entwickelte schönste Kristalle, das negativ besprochene Wasser wilde Verwirbelungsstrukturen.

Eine Kollegin erzählte von einer Bewegung in einem Pflegeheim für an Demenz erkrankte Menschen: Eine Gruppe von Pflegekräften versammelte sich, um den Erkrankten „DANKE“ zu sagen - stellvertretend für all die, die Ihnen im Leben den Dank verwehrt haben. Im Anschluss konnten viele dieser Menschen friedlich eingeschlafen.

Die Geschichte: „Du kannst ja was“ aus Otto Brinks Buch „Vitamine für die Seele“ zeigt, wie empfindlich insbesondere junge Menschen auf die aufbauende Haltung von Eltern und Lehrern reagieren. Sie handelt von einem Lehrer, der eine dritte Grundschulklasse übernimmt. Sein Vorgänger stellt dem Neuen anhand der Klassenliste jeden einzelnen Schüler vor, teilt dem Neuen etwas über jedes Kind mit. Und dann kommt er auf Franz zu sprechen: „Dieser Bub ist dumm geboren und hat nichts dazugelernt. Er müsste eigentlich in die Sonderschule. In jedem Diktat macht er 20 bis 30 Fehler, er beherrscht nicht einmal den Zahlenraum von 1 bis 10. Ich habe ihn mitgezogen, ohne mich um ihn zu kümmern. In der Klasse wird er von den meisten Kindern abgelehnt. Auch zu Hause ist er das schwarze Schaf.“ In der ersten Woche lässt der neue Lehrer ein Diktat schreiben. Franz macht nur 16 Fehler. Wie reagiert der Lehrer? Er schreibt einen Kommentar ins Heft: „Gut gemacht, mach weiter so!“ Und als er das Heft zurückgibt, sagt er zum Franz vor der ganzen Klasse nur vier Worte: „Du kannst ja was!“ In Folge wird Franz ein aufgeweckter, guter und beliebter Schüler. Otto Brink fasst diese Erfahrung von Wertschätzung und Dank zusammen: „ein paar Worte, ein Blick, eine neue Beziehung – und eine neue Welt liegt vor uns, wir wagen den ersten Schritt, den zweiten und dritten und nach einem Tag, einem Monat sind wir schon weit auf dem neuen Weg“.

Grundvoraussetzung für die heilende Wirkung von Wertschätzung und Dankbarkeit ist die Haltung des Lehrers, der ohne Vorurteile seinem Schüler begegnet und offen ist für seine Möglichkeiten. Diese Haltung lässt sich erlernen. Denke ich an meine Schulzeit Mitte der Siebziger, Anfang der Achtziger Jahre zurück, dann wurde mir beigebracht, dass es gut ist, zu hinterfragen, kritisch zu sein, nicht alles zu glauben, was einem gesagt wird. Wie schnell bin ich bereit, für die Erfüllung eines Bedürfnisses mich, meinen Weg und mein Ureigenes aufzugeben. Lass Dich nicht manipulieren, sei wachsam, war eine der Erziehungsdevisen meiner Schulzeit. Vielleicht ist dabei die Achtung für eine eigene Geschichte, für eine individuelle andere Prägung, für andere Werte, aber insbesondere für den ureigenen Lebensauftrag des anderen mit allem Leid, allen Freuden, die dazugehören, verloren gegangen. So sind wir, will mir manchmal scheinen, zu einer Gesellschaft der Meckerer und Klagenden geworden. Wir sehen in den anderen häufig die potenziell bedrohlich verführenden Feind: innen mehr als die unterstützenden liebenden Freund: innen.

Wie schade! Was für ein Verlust für Liebe, Dankbarkeit und Anerkennung für uns selbst und für unsere Mitmenschen, die Begleiter: innen unseres Lebens. Was für ein Verlust von ursprünglicher spontaner Lebensfreude und Lebensenergie!

Wie kommen wir zurück zu den Kontaktfeldern, die uns stärken, die uns mit unseren Stärken, Schwächen, unserem Sein für diese Welt nehmen und lieben, wie wir sind? Wie kommen wir zurück zu der Erkenntnis, dass wir uns mit unseren Unterschieden ergänzen und bereichern? Wie kommen wir heraus aus dem Anklagen unserer Gegenüber und dem Jammern darüber, dass sie nicht denken, wie wir, nicht unseren Bedürfnissen und Erwartungen entsprechen?

Beginne ich bei mir: Schenke ich Dankbarkeit und Wertschätzung, bekomme ich auch Dankbarkeit für meine Lebensgeschenke und Wertschätzung zurück. Umgekehrt: Bekomme ich keine Anerkennung für meine Gaben und „mein So-Sein, wie ich bin“, wem habe ich diese Haltung auch verwehrt?

Nach dem Gesetz der Resonanz ziehe ich das in dieser Welt an, was ich aussende. Also empfiehlt es sich, zu schauen, in welchen Tiefen ich im Anderen auf mein eigenes Verhalten stoße.

Mir steht es frei, mich zu entwickeln und zu ändern - besonders durch die Resonanz mit meiner Außenwelt. Auf die Entwicklung meiner Außenwelt kann ich nur Einfluss nehmen durch meine Selbst-Entwicklung, alles andere steht mir nicht zu.

Eine kleine wirksame Übung hilft darin, mich auf das Positive in der anderen Person einzustellen:

Schließe die Augen und fühle Dich in der Gemeinschaft der Menschen, die Dich tagtäglich umgibt.

Fühle dabei Dich und Deinen Körper. Was fühlst Du?
Schwere oder Leichtigkeit?
Sind rechte und linke Seite im Gleichgewicht?
Kannst Du gut atmen?
Hast Du angenehme Gefühle, oder empfindest Du Stumpfheit, Trauer, Vorsicht, oder Bedrohung?
Nun stell Dir vor, sie strahlen alle plötzlich Dir gegenüber Dankbarkeit und Wertschätzung aus. Alles an Vergleichen, Bewerten, Abschätzung weicht der Wertschätzung und Dankbarkeit.
Wie fühlt sich das an?
Kannst Du eine Veränderung wahrnehmen?
Und nun schau, was passiert, wenn die Kraft von Wertschätzung und Dankbarkeit mit jedem Atemzug eine höhere elektrische Ladung bekommt und Dein ganzes Zellinformationssystem beginnt, so hoch mit dem Gefühl und Bewusstsein zu schwingen, Wertschätzung und Dankbarkeit zu empfinden, zu senden und zu empfangen.

Diese kleine Übung dreimal täglich praktiziert, und schon ändert sich das, was ich anziehe und aussende.

Ich freue mich auf all die, mit denen ich in dieser Haltung von Wertschätzung und Dankbarkeit in Zukunft im Austausch bin.

Ulrike v. Bergmann-Korn

Buchen Sie Ihren Termin

Hinweis: Möchten Sie als neue Klienten*innen/Patienten*innen ein Ersttermin, buchen Sie bitte einen 90 Minuten Termin.